Medellin- Comuna 13- alles was man wissen muss

Comuna 13- einst der gefährlichste Ort der Welt, heute Vorzeigeobjekt in Medellin. Alles was man vor dem Besuch wissen sollte, erfährst du in diesem Beitrag.

Comuna 13 Graffiti

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1. Was ist eigentlich eine Comuna?

Eine Comuna bedeutet in Lateinamerika eine Gemeinde oder ein Stadtteil. In Medellin bezeichnet es die 16 verschiedenen Stadtteile, die die Stadt Medellin bilden. El Poblada zum Beispiel ist Comuna 15, Laureles Comuna 14 und San Javier ist die berühmte Comuna 13. Die einzige Comuna der Stadt, die mit ihrer Zahl bekannt ist und nicht mit ihrem eigentlichen Namen.

Die Comuna 13 ist der am dichtesten besiedelte Stadtteil und liegt im Westen der Stadt Medellin. Eine klassische Favela, wie man sie aus den Armutsvierteln Südamerikas kennt. 160 000 Menschen leben hier am Hang in sehr ärmlichen Verhältnissen. Die genaue Anzahl der Einwohner lässt sich nicht bestimmen, da nicht alle gemeldet sind.

Comuna 13 Medellin

2. Die Geschichte der Comuna13

Früher war die Comuna der gefährlichste Ort Lateinamerikas oder vielleicht sogar der ganzen Welt.

1950 startet die Geschichte der Comuna 13. Damals waren hier Farmer angesiedelt, niemandem gehörte das Land. Deshalb wurde dort auch kreuz und quer gebaut.

Ein perfekter Ort also für Drogenkartelle und kriminelle Machenschaften. Ein Ort mit armen Menschen ohne Arbeit und Perspektiven waren leicht von einer Mitgliedschaft im Kartell zu überzeugen. Um Arbeit zu bekommen, hätte man immerhin 3 h den Berg ins Zentrum laufen müssen.

Außerdem konnte man oben am Berg die Straßen gut zum Abtransport der Drogen zum Meer nach Panama nutzen.

Hinzu kam, dass die Polizei aufgrund der Bauweise oben am Berg keine Möglichkeit des Eingreifens hatte. Bei Versuchen wurden sie von den Snipern ins Visier genommen.

Alle Kinder wurden gezwungen ab dem 10. Lebensjahr Mitglied im Kartell zu werden. Deshalb hatte die Jugend keine Chance, sie wurden vorgeschickt und meist als erstes getötet.

Medellin Cartell in der Comuna 13

In den 1980er Jahren litt die Comuna unter dem so genannten Medellin Kartell und war bekannt für blutige und tödliche Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Drogenbanden.

Mit 380 Tötungsdelikten auf 100 000 Einwohner hatte Medellin die höchste Mordrate weltweit. 7000 Menschen wurden jedes Jahr getötet.

Ein Kriegsgebiet mit 2 rivalisierenden Drogenorganisationen, rechtem Paramilitär und linken Guerillas.

Auch nach dem Tod von Drogenkönig Pablo Escobar 1993 entspannte sich die Situation nicht.

2002 kam es zum Großeinsatz Operation Orion unter Anweisung von Álvaro Uribe Vélez, dem damaligen Präsidenten Kolumbiens. Die Comuna 13 wurde mit Hubschraubern und Panzern von Militär, Polizei und unter Hilfe des Paramilitärs angegriffen. Die Kämpfe dauerten vier Tage – angeblich starben nur 88 Personen, aber viele Menschen werden seitdem vermisst.

Graffiti in der Comuna 13

3. Entwicklung der Comuna 13

Das größte Problem in der Comuna war die fehlende Anbindung an die Stadt. Der Weg ins Zentrum und zu bezahlter Arbeit waren zu weit. Dieses Problem musste behoben werden, um die Kriminalität in den Griff zu bekommen. So wurde die Metro Station 1995 fertig gestellt und erleichterte schon alles.

2008 wurde die Cable Car eingeweiht, so dass nun auch der schwere Anstieg nicht mehr bewältigt werden musste. 2011 wurde dann die berühmte Rolltreppe eingeweiht.

Mit der Opéracion Orion verbesserte sich die Lage, aber erst nach dem Bau von Gemeindezentrum, Schule und vor allem der Seilbahn und der Rolltreppe verbesserte sich alles merklich und die Kriminalität sank extrem schnell.

Comuna 13 heute

Bei uns wurde die Comuna durch das Medellin Kartell bekannt, aber seit 2011 auch durch die längste Freiluft Rolltreppe der Welt mit 348 m Länge. Insgesamt 28 Stockwerke überwindet die Rolltreppe und unterwegs kann man immer wieder aussteigen und die umliegenden Gassen besuchen. Seither ist es für die Bewohner noch leichter sich fortzubewegen. Und die Rolltreppe zieht natürlich noch mehr Touristen an.

Die Jugend hat sich geschworen keine Waffen und Drogen mehr zu verkaufen und ein anderes Leben zu führen. Sie wollten lieber kreativ sein. Und so lernten sie Hip Hop tanzen, singen und rappen und Graffiti zu malen.

Heute ist die Comuna einer der sichersten Orte der Welt und ein beliebter Ort zum Ausgehen. Diesen Wandel hat der Stadtteil mit Hilfe der Stadt und eigenem starken Willen in nur 25 Jahren vollzogen.

2017 lag die Tötungsrate nur noch bei 21 Opfern auf 100 000 Einwohner.

4. Anfahrt zur Comuna 13

Aus dem Zentrum von Medellin fährt man mit der Metro Linie B von San Antonio nach Westen zur Haltestelle San Javier. Auf der Nordseite des Bahnhofes steigt man in den Bus Linie 225i fährt für 2000 Pesos bis an das untere Ende der Rolltreppe.

Eine Alternative ist das Taxi. Taxifahren ist extrem günstig, mehr als fünf Euro werden es selten. Am besten bucht ihr ein Taxi über eine App (Uber ist verboten in Kolumbien): 1. Ihr könnt sicher sein, dass der Fahrer euch wirklich sicher an euren Zielort bringt und 2. wisst ihr schon im Voraus, wie teuer die Fahrt etwa wird.

Am Anfang der Comuna zahlt man dann einen kleinen Eintritt.

5. Eine Tour durch Comuna 13 mit Miguel

„Die Wandmalereien des Viertels erzählen heute von der Geschichte der Comuna, aber sie bringen niemanden mehr in Gefahr.“ Miguel ist 21 Jahre alt und begleitet uns bei einer Tour durch die Gassen, die einen sagenhaften Ausblick auf das Tal bieten. Er erklärt uns die Bilder, auf denen es um Verlust und Hoffnung geht, wie zum Beispiel bei dem Hammingbird, der einem überall als Symbol begegnet.

Die Tour können wir absolut empfehlen. Man kann natürlich auch auf eigene Faust das Stadtviertel erkunden. Zumindest tagsüber im Umkreis der Rolltreppe. Aber was unser Guide alles erzählt, vor allem über die Kinder und Jugendlichen, die er jede Woche in Englisch unterrichtet für ein besseres Leben, bewegt uns sehr.

Wir bekommen noch eine Breakdance Vorführung, schauen uns die großartige Graffitikunst an und genießen einen Drink mit Blick, bevor wir die Comuna still, beschäftigt mit unseren Gedanken verlassen.

Unsere Reisetipps für deine Kolumbien Reise kurz zusammen gefasst

Allgemeine Informationen

Kolumbien liegt im Nordwesten von Südamerika und grenzt im Westen an den pazifischen Ozean und im Norden an das Karibische Meer.

Einwohner: 51,5 Millionen

Hauptstadt: Bogota mit 8 Mio. Einwohnern

Sprache: Spanisch- etwas spanisch zu verstehen ist wirklich hilfreich, da englisch nicht überall verbreitet ist

Währung: Kolumbianischer Peso – cash und in Pesos zu zahlen ist günstiger

Visum: mit deutschem Pass benötigt man kein Visum, aber 78 h vor Ein- und vor Ausreise mit man sich bei EMIG registrieren

Sim Karte: Unser Roaming greift in Kolumbien nicht. Wir können eine E-Sim von Airolo empfehlen. Die kann man in Ruhe zu Hause aktivieren und direkt bei der Landung hat man schon Internet. Uns haben für 18 Tage 3 GB knapp gereicht.

Beitrag alles was man vor der Reise wissen muss->

Reisezeit

Da Kolumbien am Äquator liegt, herrscht hier tropisches Klima. Auf Grund der verschiedenen Höhenlagen im Land sind die Temperaturen allerdings sehr unterschiedlich. Von 17 Grad in Bogota bis 32 Grad in Cartagena ist ziemlich alles dabei.

Mehr zur Reisezeit und zur Regenzeit findest du hier->

Anreise

  • Frankfurt nach Bogota in 12 Stunden per Direktflug
  • München Madrid Bogota insgesamt 14 Stunden Flugzeit

9 Tipps zur Flugsuche findest du hier->

Transport im Land

Die Entfernungen in Kolumbien sind sehr groß und die Geschwindigkeiten der Busse nicht sehr hoch. Um Geld zu sparen, solltest du unbedingt mit den Bussen fahren. Wenn du Zeit sparen willst, solltest du lieber Inlandsflüge mit Avancia nutzen.

Mehr Infos zum Transport findest du hier->

Unterkunft

Vom günstigen Hostel bis zum 5 Sterne Hotel ist wieder alles möglich. Unsere Zimmer haben im Schnitt 76 Euro gekostet und waren alle komfortabel, sauber, mit guten Betten.

Mehr zu den Unterkünften in Kolumbien findest du hier->

Essen

Kolumbianer ernähren sich eigentlich gesund. Übergewicht ist auch kein verbreitetes Problem. Jedoch ist es nicht immer einfach vegetarisch zu essen und viele Dinge in Kolumbien sind frittiert.

Eier gehören fast zu jedem Essen. Nationalgericht ist die Bandeja Paisa- eine Fleisch und Wurstplatte mit Reis, Bohnen, der obligatorischen Kochbanane, Salat, Ei und Avocado. Es gibt viele Eintöpfe, die sehr lecker sind und zum Frühstück gibt es Eier und Arepa- runde Maisfladen.

Unbedingt probieren sollte man alles an den Straßenständen und einen der leckeren frischen Säfte.

Mehr zum Essen in Kolumbien erfährst du hier->

Highlights

Die pulsierende, moderne Stadt Medellin sollte auf jeden Fall auf deiner Reiseroute stehen. Hier kann man gut 4-6 Nächte verbringen.

Wenn du dann in Medellin bist, gehört ein Besuch der Comuna 13 unbedingt in deine Planung.

Den beeindruckenden Felsen und die bunte Stadt Guatape kann man als Tagesausflug von Medellin machen. Wir empfehlen aber 2 Übernachtungen in der Region.

Eine Wanderung in Minca mit vielen Wasserfällen zählt für uns zu den Highlights einer Kolumbienreise. Entweder übernachtest du in Minca oder machst von Santa Martha aus einen Tagestripp.

Die Altstadt von Cartagena zählt zu den schönsten Altstädten der Welt. Hier kann man sich einfach durch die Gassen mit den bunten Häusern und den schönen Balkonen treiben lassen. Wir empfehlen 3 Nächte.

Hier geht es zum Highlight Beitrag->

Budgettacheles

Wenn man von der teuren Anreise wegen den momentan hohen Flugpreisen mal absieht, ist Kolumbien ein günstiges Reiseland.

Übernachtungen haben ein gutes Preis Leistungs Verhältnis. Der Transport mit Bus, Metro und Uber ist wirklich günstig. Genauso wie das Essen. Wenn du natürlich nur an Touristen Hot Spots isst und hippe Roof Top Bars besuchst, wird deine Reise etwas teurer. Aber Streetfood, Menu del dia und ein Bier zum Sonnenuntergang sind für uns wirklich sehr preiswert.

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Wir haben für 18 Tage incl. vieler Ausflüge und Aktivitäten zusammen 3100 Euro ausgegeben. Das sind 86 Euro pro Tag pro Person.

Hier kommst du zum Beitrag Budgettacheles Kolumbien->

Sicherheit

Bei den Vorbereitungen auf Kolumbien ist Sicherheit ein großes Thema. Einst gehörte Kolumbien zu den Ländern mit der höchsten Kriminalitätsrate. Aber wie ist das heute? Natürlich sind die Zeiten von Pablo Escobar vorbei. Aber der Drogenhandel und die Kartelle sind nach wie vor aktiv.

2 Tage vor unserer Reise gab es Unruhen mit 100 Toten an der venezolanischen Grenze. Bei unserer Abreise war die Grenze zu Ecuador gesperrt. Viele Teile des Landes sollte man auf Grund der Kartelle und der Bandenkriege auf keinen Fall besuchen. Auch raten selbst Einheimische davon ab mit dem Mietwagen zu reisen und lieber Busse oder gar das Flugzeug zu benutzen. Es ist wirklich empfehlenswert abends auf jeden Fall ein Taxi zu nutzen, als zu Fuß zu gehen.

Selbst in Cartagena sollte man die Altstadt besser nicht verlassen. Natürlich sind wir seid unserem Überfall auf den Kapverden prinzipiell etwas vorsichtiger (nicht ängstlich), aber in Kolumbien sollte man wirklich auf sich aufpassen. In der Zeit unserer Reise wurden 2 Parteien, die wir kennen überfallen.

Wir wollen hier auch keine Angst verbreiten, aber individuelles Reisen ist in Kolumbien doch irgendwie etwas eingeschränkt. Uns hat das Land sehr gut gefallen und uns ist auch nichts passiert.

Aber sich nicht vollständig frei bewegen zu können, abends nicht einfach zurück zu schlendern und einiges zu überdenken, nehmen wir doch irgendwie als Einschränkung war. Das war für uns der einzige Negativpunkt in Kolumbien. Mit einer geführten Rundreise oder einem Guide an der Seite ist aber alles völlig unbedenklich.

Hier geht´s zum Beitrag Sicherheit auf Reisen ->

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