Städtetrip Luxemburg- das reichste Land der Welt

Ein 3 Tagestrip in das reichste Land der Welt

Jeder von uns hat schon mal von dem kleinen Land in unserer Nachbarschaft gehört. Aber außer dass dort ein Teil der EU seinen Sitz hat, wissen wir doch alle sehr wenig über unser Nachbarland.

Also machten wir uns an Ostern spontan auf, um das zu ändern.

Inspiriert von den Büchern von Tom Hillenbrandt über den luxemburgischen Koch Xavier, der eher zufällig Mordfälle löst (gehört eigentlich in die Kategorie Svencylike) dachte ich aber schon länger über eine Reise nach.

Mit dem Zug kannst du Luxemburg von Stuttgart aus in 4 Stunden mit einmal Umsteigen erreichen. Oder in 4 Stunden mit dem Auto.

In Luxemburg selbst sind alle Verkehrsmittel kostenfrei. Unvorstellbar für uns.

Komm mit uns auf unsere 3 tägige Entdeckungstour durch die Hauptstadt.

Infos über Luxemburg

  • Einwohner:  640000, davon 25 % in der Hauptstadt
  • Ausbreitung : nur 82 km von Nord nach Süd und 57 km von West nach Ost
  • Letzebourg ist das reichste Land der Welt nach BIP und unter den Top 3 des Weinverbrauchs
  • Gegründet: 963 als der Ardennergraf Siegfried auf dem Bockfelsen die Burg Lucilinburhuc (kleine Burg) errichtete
  • Besteht zu 23 % aus Grünflachen
  • Das letzte Großherzogtum der Welt
  • 1839 von der Niederlande unabhängig
  • die Altstadt ist UNESCO Weltkulturerbe
Jede Menge Geschichte ist in diesem Land entstanden

Tag 1

Bei unserer Fahrt durch die schöne Landschaft Luxemburgs kamen bei uns Erinnerungen an unseren Saarland Trip vom vergangenen Jahr auf.

Bei der Anfahrt durch die Stadt Luxemburg war ich gleich wahnsinnig begeistert.  Überall gab es etwas zu sehen und überall kann man „runter“ schauen. Toll. Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, sind wir gleich gestartet.  Wie ein Flummi hüpfte ich durch die Stadt völlig begeistert.

Wir liefen erstmal wahllos durch die Oberstadt. Wanderten auf den Kasematten, auf in Fels gehauene Wehrgänge (die du im Sommer besuchen kannst). Wir besuchten den schönsten Balkon Europas- Le Chemin de la Corniche, von dem aus man einen grandiosen Blick auf den Grund -die Unterstadt hat, genossen die Sonne und den einen oder anderen Ausblick bevor wir den Abend  im typisch luxemburgischen Restaurant Um Dierfgen mit Kniddelen mat Speck und Schweinenacken und  einem großen luxemburgischen  Bier ausklingen ließen.

Tag 2

Am nächsten Morgen haben wir uns erstmal ein paar süße Stückle beim Bäcker geholt und Sven hat uns Fahrräder organisiert. 

TIPP: Veloh lässt sich als App downloaden-du musst unbedingt ein Konto anlegen, dann kann man einen Tagespass für 24 h für 2 Euro oder einen 3 Tagespass für 5 Euro buchen. Man sucht sich an der jeweiligen Station ein elektrisches Fahrrad aus. Es gibt 90 Stationen in der Stadt, die manchmal besser und schlechter verteilt sind. Die App war ganz schön kompliziert. 

Weiterer Nachteil – du kannst zwischendurch keine Pause machen. Sondern musst das Fahrrad zur Pause immer zu einer Station zurückbringen, an der dann auch ein Platz frei sein muss. Aber der PREIS ist wirklich der Hammer und wir lieben es einfach mit den Rädern die Stadt zu erkunden.

Und so starteten wir also auf dem Kirchberg.

Kirchberg

TIPP: Am besten besuchst du den am Wochenende, wenn dort nicht gearbeitet wird.

Der Kirchberg liegt natürlich oben und auf ihm liegt das gesamte Bankenviertel. 135 Banken- sowie verschiedene Teile der EU. Eigentlich voll peinlich, dass wir vorher so wenig darüber wussten. Hier in Luxemburg hatte das EU- Parlament seinen ursprünglichen Sitz. Hier kann man also den ersten Plenarsaal des Parlaments besuchen.

Außerdem haben hier der EU -Gerichtshof und die EU -Investitionsbank ihren Sitz. Vom Europaplatz kannst du deine Tour starten, die Hochhäuser bestaunen und das Schumann Haus.

Außerdem befinden sich auf dem Kirchberg die Philharmonie, das Kunst Museum Mudam,. Sowie das beeindruckend riesige Sport und Kulturzentrum d´Coque in dem du eine Runde Bouldern kannst.

Danach kannst du auf deinem Weg durch das Bankenviertel jede Menge coole Skulpturen bewundern. Bevor du zum Schluss ein wenig im Klose-Groendchen Park entspannen kannst.

Der Kirchberg ist jetzt sicherlich kein wunderschöner Stadtteil, aber jedenfalls sehr beeindruckend, wie dort Geschichte gemacht wird.

Du siehst also alleine auf dem Kirchberg lässt sich ein ganzer Tag verbringen.

Park

Wir sind allerdings weiter geradelt über die Großherzogin Charlotte Brücke über die Alzette vorbei am Grande Theater in den Stadtpark. Und haben dort einige Zeit am Springbrunnen mit Blick auf das Denkmal für Prinzessin Amelie verbracht.  Im Park sitzen und entspannen die Einheimischen vor allem in den Abendstunden.

Nach unserem Päuschen ging es über die Adolphe Brücke zum Metzplatz , wo sich die Sparkasse befindet. Die auf Grund ihres schönes Gebäudes oft fälschlicherweise für das Schloss gehalten wird 😊

Die Sparkasse

Über den Pariser Platz kommst du dann zum Bahnhof, wenn du den nicht ohnehin von deiner Anreise her kennst. Das Gebiet um den Bahnhof ist wie in den meisten Städten nicht gerade aufregend.

Der Bahnhof

Also lieber wieder zurück in das Zentrum oberhalb entlang vom in ganz Europa beliebten Skaterpark weiter zur Gelle Frau.

De Gelle Fra

Die goldene Frau

Die goldene Frau, eine 21 m hohe Siegesgöttin wurde an diesem romantischen Ort zum Gedenken an die Kriegsopfer errichtet. Warum romantisch? Hinter ihr öffnet sich der Blick über das Tal, dem Viadukt und der schönen Sparkasse.

Vom Place de la Constitution, auf der die goldene Frau steht, könntest du links eine steile Treppe nach unten in die Schlucht laufen, um zum Skaterpark zu gelangen. Wir haben aber lieber einfach die Straßenseite gewechselt. Denn gleich gegenüber befindet sich die Notre Dame. Eine beeindruckende Kirche mit ungewöhnlichen Türmen.

Notre Dame

Zum Abschluss des Tages haben wir uns mit Sushi im stylischen Restaurant Kobe verwöhnt. Unbedingt reservieren.

Tag 3

Am besten startest du gleich mit dem Besuch des Chocolate House. Direkt gegenüber vom Großherzogpalast. Also tatsächlich nur 5 m entfernt vom Eingang zum Palast kannst du Waffeln und Kuchen mit dem Blick auf das schöne Gebäude genießen. Nachmittags wird es hier ziemlich voll.

Der Großherzogpalast

Frisch gestärkt geht es auf ins nächste Abenteuer, die Unterstadt.

Die Unterstadt

In den Stadtteil Grund kannst du gemütlich vom schönsten Balkon Europas aus nach unten spazieren. Über die Pont du Grund durch die Gassen der Unterstadt schlendern und das eine oder andere Kaffee besuchen.

Die Abtei Neumünster ist heute ein Kulturzentrum. Täglich kostenfrei geöffnet. Aber da das ja nicht so unser Ding ist, haben wir einfach auf dem Platz hinter der Abtei auf unbequemen Liegen 😊 einen halben Mittagschlaf in der Sonne gemacht. Mit Blick auf die Kasematten.

Alzette

Über die Pont du Stierchen, die sich wunderschön im Wasser spiegelt, kommst du auf die andere Seite der Alzette. Dort kannst du entscheiden, ob du zu den Kasematten hochsteigen willst- viel zu anstrengend 😊. Oder nach rechts abbiegst und noch ein bisschen entspannst am Wasser der Alzette. Oder aber, ob du wie wir nach links abbiegst, um das Wahrzeichen einer schönen Geschichte zu besuchen.

Melusina die Meerjungfrau aus der Siegfried Legende zur Legende

Melusina an der Alzette

Der Spaziergang an der idyllischen Alzette gehört auf jeden Fall zu unseren schönsten Erinnerungen in Luxemburg. So sind wir noch ein Stück weiter spaziert bis zum Viadukt Pulvermühle.

Fahrstühle

Da wir natürlich keine Lust hatten wieder nach oben zu laufen, sind wir zu einem der 2 Fahrstühlen gegangen, die die Unterstadt mit der Oberstadt verbinden. Es gibt einen vollverglasten mit toller Aussicht. Wir haben den anderen genommen. 😊 Dieser verbindet die Unterstadt mit dem Vorplatz des Justizpalastes. Von dem du wieder einen tollen Ausblick über das Tal hast.

Als letztes solltest du dir den Paradeplatz Place d´ armes nicht entgehen lassen mit Kaffees unter grünen Linden, dem Stadtpalais und dem Musikpavillon. Sowie dem Rathaus, das von 2 Löwen flankiert wird. Bei unserem Besuch wurde der Platz gerade bebaut.

Rathaus

Essen

Zum Abschluss wollten wir noch mal richtig luxemburgisch essen. Nach dem wir einen Kurzbesuch bei der Kirche Sainte-Cunégond und dem Park Mansfeld gemacht haben, wirklich kurz, Sven hatte Hunger😊, waren wir im Mousels Cantine traditionell essen.

Bei einem Zwickelbier aus dem Steinkrug (ruft bei Sven immer Freudenausbrüche hervor, also der Steinkrug) gab es Schweinshaxe, Würstchen in Weinsoße, Grombeerenkicheler und nochmal Kniddelen. Diesmal in Senfsoße.

Weil man das schwere Essen natürlich verdauen muss, blieb uns keine andere Wahl als nebenan im Event Village noch einen Drink zu nehmen. Dort findest du einige Kneipen, Brauhäuser, Restaurants und Bars.

Tag 4

Wenn du dann immer noch nicht genug hast oder noch Zeit für einen vierten Tag, kommen hier noch unsere Vorschläge für Ausflüge in die Umgebung ins Moselgebiet:

Remich:

  • an der Mosel auf der Esplanade entlang spazieren
  • eine Bootsfahrt machen
  • an der Promenade im Um Scheff luxemburgisch essen
  • die Kirche am Berg besuchen
  • am Krankenhaus den Teich und den hübschen Pavillon besuchen

Haff in Reimech: besuchen und dort auf der Terrasse essen, das Haff genießen und eine Weinprobe mit Moselwein machen

Schengen:

Den Ort der Unterzeichnung des Schengenabkommens besuchen und somit einen bedeutenden Ort für die EU kennenlernen. Teile der Berliner Mauer und die Sternensäulen, sowie das Museum das europäische Informationszentrum  besuchen und den Märchenschloßturm besichtigen.

Aussichtspunkt im Dreiländereck: mit Blick über das Moseltal besuchen und dort oben ein Picknick machen

Svencylike

in dieser Kategorie nerven wir euch mit unseren persönlichen Erlebnissen: Essen, Erste Male, Budgettacheles, Fazit der Reise

Essen

Luxemburgische Küche ist eher bodenständig und rustikal.

Es gibt eher weniger Gemüse und Salat, dafür viel Wurst und Fleisch und deftige Beilagen. Eine Spezialität ist tatsächlich Knochenmark, aber da haben wir uns wirklich nicht ran getraut.

Unsere Top 3

  • Kniddelen mat Speck
  • Würstchen in Wein Soße
  • Nackensteak mit Saubohnen

Erste Male

Kennst Du das? Dinge zum ersten Mal zu erleben wird immer seltener.

Vieles hat man schon erlebt und Dinge zum ersten Mal zu machen, bedeutet oft auch aus der Komfortzone rauszukommen. Dazu sind wir oft zu bequem.

Deshalb haben wir uns vor einiger Zeit vorgenommen regelmäßig über unseren Schatten zu springen.

  • Ausführlich über die EU, die Gründung und die Organe gelesen
  • Im reichsten Land der Welt gewesen
  • Feueralarm im Hotel gehabt

Budgettacheles

Bleibt uns nur noch über das Budget zu sprechen

Transport:

  • Parken: 1Euro pro Stunde
  • Öffentlicher Naverkehr Frei
  • E-Bike bei Veloh 2 Euro für 24 Stunden

Übernachtung

Teuer, aber da die Öfis kostenfrei sind, einfach etwas außerhalb wohnen

Essen

Preise sind ähnlich wie in Deutschland. Nur das Bier kostet 8,-. Supermarkt und Tankstelle (auch der Sprit) sind aber erschwinglich

Fazit unsere Reise

Du solltest unbedingt einmal nach Luxemburg reisen und die schöne Landschaft genießen, den Wein, das Essen und das Leben.

Die Hauptstadt hat unsere Erwartungen wirklich übertroffen mit all den tollen Gebäuden, den Ausblicken von der Oberstadt und natürlich dem wahnsinnig spannenden Kirchberg.

Bestimmt kommen wir wieder.

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