Wie man einen Roadtrip in Dänemark macht? -Teil 3

Hier kommt der zweite Teil unseres Roadtrips durch Dänemark.

450 km auf Jütland + Fähre +400 km auf Seeland.

  • 1 Aarhus
  • 2 Ebeltoft
  • 3 Kopenhagen
  • 4 Frederiksborg Slot
  • 5 Gilleleje
  • 6 Tisvildeleje
  • 7 Helsingor

Aarhus als Entschädigung

Wenn wir gewusst hätten, dass die kommenden Tage nicht ganz nach Plan verlaufen, hätten wir unsere schöne Unterkunft und das schöne Norddänemark vermutlich nicht verlassen. Aber wie immer hat alles einen Sinn. Und wenn es nur ist, dass man die schönen Dinge wieder mehr zu schätzen weiß.

Zuerst führte uns unser Weg von Hirtshals ins hügelige Seenland nach Silkeborg. Der Plan war mit dem ältesten betriebstüchtigen Raddampfer der Welt zu fahren und eine Kajaktour durch die Seenlandschaft zu machen. Aber als wir nach 218 km ankamen, mussten wir feststellen, dass auf Grund des Regens weder der Dampfer fuhr, noch wir Kajaks leihen konnten. Nach einem Hot Dog und einem langen Spaziergang durch Silkeborg war die schlechte Stimmung wieder verzogen. Wir machten uns auf zur nächsten Unterkunft in der Nähe von Ebeltoft, ein Örtchen das überall angepriesen wird.

Verzweiflung in Ebeltoft

Wir haben schon in vielen Teilen der Welt Low Budget geschlafen und können auch über vieles hinweg sehen. Deshalb habe ich immer einen Schlafsack dabei. Aber unsere nächste Unterkunft hat uns wirklich den Atem verschlagen.

Ich fands am Anfang noch irgendwie lustig, aber Sven war gleich auf 180 und wer ihn kennt, weiß, dass das so gut wie nie passiert. Wir sollten in einer Scheune schlafen, bei der die Türen nicht abschließbar waren. In der Gemeinschaftsküche gab es kein fließendes Wasser und die hygienischen Verhältnisse waren wirklich eine Katastrophe.

Ja auch in Indien, Mexico und Sri Lanka hatten wir häufiger Unterkünfte, die nicht so toll waren. Aber niemals hat so eine Unterkunft 90 Euro gekostet.

Bei uns hilft in jeder Misere gutes Essen, also fuhren wir in das viel gelobte Städtchen Ebeltoft. Geschlossene Restaurants an allen Fronten auch im Umkreis von 15 km steigerten unsere Stimmung leider nicht :). Und nach einer furchtbaren Nacht in der Unterkunft, reisten wir am nächsten Morgen um 7 vorzeitig ab. Hauptsache weg, egal wo hin.

Aarhus – ein Muss

Und so verbrachten wir den Tag in der zweitgrößten Stadt Dänemarks und europäischen Kulturhauptstadt von 2017 – in Aarhus. Wir hatten ein leckeres Frühstück im Emmerys. Spazierten am Hafen und am Kanal entlang und wurden für den vergangenen Tag mit Sonne belohnt.

Wir liefen durch die niedlichste kleine Straße Mollestien mit ihren pastellfarbenen Häuschen, besuchten das Eisberghaus im Stadtteil  Isbjerget und haben wieder mal einen Streetfood Markt besucht, wo es für uns Ramen und Bier gab.

Aarhus sollte auf jeden Fall auf Deiner Liste stehen, genauso wie das Kunstmuseum dort.

Die Straße Mollestin

Am späten Nachmittag verließen wir Jütland mit der Fähre in Richtung Seeland.

Hier kam uns unsere Spontanität zu Gute, deshalb hatte ich die Fähre noch nicht vorgebucht und es machte nichts, dass wir früher abreisten. Die Fähre kannst du online buchen https://www.samsoelinjen.de/unternehmen/%C3%BCber-uns

zwischen 26-40 Euro für ein Auto und 2 Personen kostet die Fahrt oneway, je nachdem ob du kostenlose Stornierung möchtest oder nicht.

Ein ungeplanter Stopp – back in Kopenhagen

Da wir an unserem nächsten Zielort allerdings keine Unterkunft finden konnten, fuhren wir einfach nochmal nach Kopenhagen zurück, holten uns ein Bier und setzten uns damit zum Sonnenuntergang an den Strand.

Wir lassen uns wirklich selten von etwas beim Reisen runterziehen und versuchen alles mit Humor zu nehmen und obwohl uns die Zeit in Ebeltoft schon etwas zu schaffen machte, konnten wir nun wieder lachen und die Zeit genießen. Und wir konnten noch das Sonnenuntergangsbier am Amager Strand nachholen.

Schwimmbad in der Ostsee

Am nächsten Morgen nach einer Nacht im Go Hotel City ließen wir es nochmal budgettechnisch krachen und machten es den Dänen nach, die es lieben zu brunchen. Direkt neben unserem Hotel gab es das Bio Kaffee Wulff und Konstali in dem wir super leckeren Brunch hatten. Man konnte einfach 7 Teile, die man wollte auf einem Zettel auswählen für 22 Euro pro Person, selbstredend ohne Kaffee und O-Saft 🙂 Dieses tolle Kaffee können wir absolut empfehlen.

Roadtrip letzter Teil – Schlösser und Strände

Nun wurde es Zeit für die letzte Etappe unseres Roadtrips. Auf dem Weg in den Norden von Seeland hielten wir am Frederiksborg Slot in Hillerod, dem eindrucksvollsten Gebäude Dänemarks laut Lonely Planet.

Das coole in Dänemark ist, dass man immer kostenfrei in den weitläufigen Schlossgärten umherlaufen darf und die schönen Gärten genießen kann. Auf eine Schloßtour (12 Euro) haben wir beide immer nicht so Lust, aber durch die Gärten schlendern und das beeindruckende Schloss von außen bewundern, gefällt uns dagegen sehr. So verbrachten wir ganze 90 min. im tollen Garten.

An unserem letzten kleinen Ferienhäuschen in Gilleleje angekommen, ließen wir den Abend bei wahnsinnigem Sturm gemütlich ausklingen und schauten Fräulein Smillas Gespür für Schnee. Nancy liest immer Schriftsteller oder Bücher zum jeweiligen Land, aber dazu mehr in unserem nächsten Beitrag.

Am nächsten Morgen fuhren wir zum Fredensborg Slot, die Lieblingsresidenz der Königin, bei dem der Wachmann anzeigt, wenn die königliche Familie vor Ort ist.

Wir spazierten durch die lange Baumallee des Schlossparks und machten ein Päuschen am Esrum, dem zweitgrößten See Dänemarks, aber für Kanu war es wieder mal viel zu windig. 🙂

Helsingor

Danach hatten wir noch das schöne Helsingor auf dem Plan, mit seinen Fachwerkhäusern, wo wir noch einmal super leckeres Smorrebroed im Radmand Davids Hus aßen. Auch hier können wir nur empfehlen zu reservieren.

Es ist ein Frokostcafe von 1694 mit schiefen Böden und Fachwerk und die Brote, alle frisch zubereitet, waren einfach der Hammer. Zum Abschluß haben wir zum Smorrebroed mittags direkt landestypisch Bier und Aquavit getrunken.

Wir liefen ein bisschen durch Helsingor, aßen ein Eis in der bekannten Eisdiele Brostraede Flode Is und schauten am Hafen direkt rüber nach Schweden.

Hier überlegt er tatsächlich, dass wir mal nach Schweden könnten

Auf dem Weg zum Kronberg Slot, das Shakespeare als Schauplatz für Hamlet berühmt machte und das auf jeden Fall einen Besuch wert ist, machten wir noch Stopp bei Han, dem kleinen Meerjungmann von Helsingor.

Han der Meerjungmann
Kronberg Slot

Auf dem Rückweg von Helsingor legten wir noch einen Stopp in Hornbaek ein, dem dänischen St. Tropez, aber für uns waren dort zu viele Menschen und so fuhren wir wieder in unsere kleine Haussiedlung.

Der letzte Tag

Am allerletzten Tag wollten wir noch mal Strand und die Ostsee in uns aufsaugen. Also fuhren wir zum Strand in Tisvildeleje, der überall als sehr schön angepriesen wurde, uns aber zumindest im Herbst nicht ganz überzeugt hat. Allerdings müssen wir gestehen, dass gegen unsere Besessenheit von dänischen Nordseestränden nicht viel ankommt. In Gilleleje haben wir dann noch den Hafen besucht und aßen dort im Far til 4 unsere allerletzte Fischplatte.

Strand in Gilleleje

Nachdem wir ein letztes Mal ein ganzes Ferienhaus geputzt hatten, fuhren wir nach Kopenhagen zum Flughafen zurück und gaben sehr entspannt unseren Mietwagen ab und flogen schwer verliebt in Dänemark wieder heim.

2300 km Roadtrip.

Was ein Ritt. Was ein Land. Danke Dänemark – wir werden Dich vermissen.

Haben wir dir jetzt Lust gemacht? Im nächsten Beitrag zeigen wir dir unsere Svencylike und reden Tacheles übers Budget.

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