Kravica Wasserfälle-Naturschauspiel in Bosnien-Herzegowina

Wer Bosnien und Herzegowina bereist, sollte sich einen Besuch der Kravica-Wasserfälle keinesfalls entgehen lassen. Sie zählen völlig zu Recht zu den schönsten Naturattraktionen des Landes und bieten eine beeindruckende Kombination aus türkisfarbenem Wasser, tollem Grün und einer toller Umgebung. Besonders in den Sommermonaten sind die Wasserfälle ein beliebtes Ausflugsziel zum Baden und Entspannen. Aber auch im Herbst konnten wir den Ort in vollen Zügen genießen.

Kravica Wasserfälle

1. Kravica- ein beeindruckendes Naturschauspiel

Das Besondere an den Wasserfällen ist ihre außergewöhnliche Form. Der Fluss Trebižat stürzt über eine rund 120 Meter breite, halbkreisförmige Felswand, in einen natürlichen See. Wie in einem Amphitheater. Das Wasser fällt dabei aus einer Höhe von etwa 26 bis 28 Metern in die Tiefe und erzeugt eine beeindruckende Geräuschkulisse.

Rund um die Wasserfälle wachsen zahlreiche Pflanzenarten. Diese finden durch den nährstoffreichen Schlamm und das feuchte Klima ideale Bedingungen.

Früher hatten die Wasserfälle auch eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung. Entlang des Flusses wurden mehrere Wassermühlen betrieben, deren Wasserkraft zum Mahlen von Getreide genutzt wurde. Heute erinnern nur noch wenige Überreste an diese Zeit.

2. Anreise Kravica Wasserfälle

Die Kravica-Wasserfälle befinden sich nahe dem Dorf Studenci in der Gemeinde Ljubuški. Etwa 40 Kilometer südlich von Mostar und nicht weit von der Grenze zu Kroatien. Von Dubrovnik aus fährst du 2 h, von Mostar aus 1 h. Die Wasserfälle liegen am Fluss Trebižat. Einem der saubersten Flüsse Bosniens, und stehen heute unter Naturschutz.

Der Eintritt kostet je nach Saison etwa 20 Konvertible Mark (rund 10 Euro).

Vom Eingang her geht es erst bergab. Natürlich musst du diesen Weg am Ende auch wieder hinauf, was im Sommer ganz schön schweißtreibend sein kann. Wer schlecht zu Fuß ist, kann sich auch in ein kleines Zügle setzen. Wenn du aber nicht eingeschränkt bist, ist der Weg dafür zu kurz.

Und schon nach ein paar Metern öffnet sich für dich der Blick von oben auf den Natursee und den beeindruckenden Wasserfall. Obwohl man hier eigentlich von mehreren Wasserfällen sprechen muss. Wie das Wasser zwischen den Bäumen die Felswand herabläuft, sieht einfach super imposant aus. Natürlich drängeln sich hier Fotografen und Instagramer.

3. Baden an den Wasserfällen

Unten angekommen gibt es Liegestühle (5,-) und Schirme (3,- Euro) zu mieten, ein Restaurant und du kannst eine kleine Bootsfahrt mit 2-8 Personen über den See ganz nah heran an den Wasserfall mit einem Elektroboot machen. Auch kannst du dir ein Kajak mieten. Hier kann man auf jeden Fall ein paar entspannte Stunden verbringen.

Im großen Naturpool, den die Wasserfälle an ihrem Ende bilden, kann man vor allem im Sommer wunderbar baden. Obwohl 15 bis 20 Grad Wassertemperatur eher sehr erfrischend sind. Die beste Zeit für einen Besuch liegt zwischen Mai und September. Im Frühling führen die Wasserfälle besonders viel Wasser und wirken dadurch besonders imposant. Im Hochsommer herrscht dagegen reger Badebetrieb, deshalb wie immer, früh morgens kommen.

 Wir haben im September nicht gebadet, aber mit den Füßen sind wir durchaus durch das Wasser gelaufen, um auf eine kleine Insel zu gelangen.

4. Ausflüge in die Umgebung

Počitelj – eine historische osmanische Festungsstadt mit verwinkelten Gassen und beeindruckender Aussicht.

Koćuša-Wasserfälle – deutlich ruhiger als Kravica und ebenfalls wunderschön gelegen.

Mostar – weltberühmt für die historische Brücke Stari Most und die orientalisch geprägte Altstadt.

5. Fazit

Die Kravica-Wasserfälle gehören ohne Zweifel zu den schönsten Naturwundern Bosnien und Herzegowinas. Die tosenden Wasserfälle, der türkisfarbene Natursee und die Möglichkeit zu baden macht diesen Ort zu einem perfekten Tagesausflug.

Kravica Wasserfälle

Unsere Reisetipps für deine Bosnien-Herzegowina Reise kurz zusammengefasst

Alles was man vor der Reise wissen muss

  1. besuche die Weltkulturerbe Stadt Mostar nicht als Tagesausflug, sondern plane 1 bis 2 Übernachtungen ein
  2. das vergangene Kriegsgeschehen ist allgegenwärtig, in fast allen Häusern sieht man noch Einschusslöcher
  3. stelle dich auf schlechte Straßen- wir waren dankbar für ein großes Auto
  4. es besteht die Gefahr durch Landminen beim Verlassen befestigter Wege

Allgemeines

Das Land besteht aus der Region Bosnien im Norden 80 % und der Region Herzegowina im Süden.

1992 stimmten in Bosnien und Herzegowina bei einem Referendum 99,4 % für eine staatliche Unabhängigkeit. Die serbischen Vertreter erkannten das nicht an. Deshalb kam es 3 Jahre lang zum Bosnien Krieg, der insgesamt etwa 100.000 Todesopfer forderte.

Einwohner: 3,3 Millionen Menschen

Religion: 50 % sind Moslem, 30 % sind römisch katholisch

Hauptstadt: Sarajevo

Währung In Bosnien-Herzegowina zahlt man mit der konvertiblen Mark KM.

Kartenzahlung ist oft nicht möglich, auch nicht in der Unterkunft.

Sprache

Hier wird bosnisch, serbisch und kroatisch gesprochen. Aber die meisten können ziemlich gut englisch. Auf den Schildern findest du immer auch kyrillische Schrift.

Visum

Visum + Einreise Zur Einreise brauchst du deinen Pass, da Bosnien nicht in der EU ist.

Beachte! Keine Anhalter mit über die Grenze nehmen. Bei illegaler Einreise droht Gefängnis.

Für den Aufenthalt bis zu 90 Tagen benötigen wir kein Visum.

Sim Karte

Bosnien-Herzegowina ist nicht in unserem Roaming enthalten. Also empfehlen wir wieder eine E-Sim zu benutzen und im Vorfeld zu aktivieren z.B. Airolo.

Impfung empfohlen sind die Standardimpfungen Diptherie, Polio, Tetanus… und Hepatitis A und B, sowie FSME bei Langzeitaufenthalten.

Reisezeit

Die beste Reisezeit ist Mai bis September bei 20 bis 26 Grad. April und Oktober eignen sich mit 10 bis 17 Grad aber auch. Im Winter fallen die Temperaturen auch unter 0 Grad.

Wir waren Ende September unterwegs, wo es 20 Grad hatte und sehr angenehm war.

Anreise

Von Deutschland aus kannst du 4 Zielflughäfen anfliegen. Sarajevo im Südosten, Mostar in der Nähe von Dubrovnik, Tuzlar im Nordosten und Banja Luka im Nordwesten.

Mit dem Auto

Vom Süden Deutschlands aus kann man den Norden des Landes in 10-12 Stunden erreichen.

Flixbus fährt von verschiedenen Städten in Deutschland in verschiedene bosnische Städte. Von München kommt man z.B. in 11 Stunden nach Banja Luka.

Unterkunft

Wir hatten unsere Unterkunft in Mostar. Zuerst haben wir geschwankt zwischen einem Apartment nahe der Altstadt mit grandiosem Blick auf die berühmte Brücke der Stadt- Guest House Goa Mostar.

Wir haben uns dann aber für die günstigere Version entschieden. 10 Gehminuten von der Altstadt entfernt, auch direkt am Fluss gelegen, hatten wir ein Apartment, das für 4 Personen Platz bietet, geräumig ist und eine kleine Küchenzeile hatte. Apple Line Apartments

Essen

Die Küche ist stark durch die Geschichte des Landes geprägt. Sie enthält Einflüsse der Türken, der Mittelmeerküche, aber auch von Österreich und Ungarn.

Fleisch steht absolut im Mittelpunkt, egal ob Rind, Schwein oder Schaf. Gekocht, gegrillt, gebacken oder wie der berühmte Schinken luftgetrocknet. Wie auch in anderen Balkanländern gehört über offenem Feuer gegrilltes Lammfleisch zu den Spezialitäten des Landes.

Mehr zum Essen in erfährst du hier ->

Highlights

1. Mostar

Diese Stadt ist Unesco Weltkulturerbe und hat eine bezaubernde Altstadt mit ihrer berühmten Brücke Stari Most. Die vielen kleinen Gassen mit Geschäften und Restaurants lohnen auf jeden Fall einen Besuch.

Hier geht´s zum Mostar Beitrag.

2. Kravica Wasserfälle

Wir hatten eigentlich keine großen Erwartungen an die bosnischen Wasserfälle. Aber wieder einmal hat die Natur uns gezeigt, wie wundervoll sie ist. Eigentlich können wir gar nicht sagen, wie viele Wasserfälle es eigentlich waren. Aber es war einfach bezaubernd. Und dass man darin schwimmen konnte, war ein riesen Bonus obendrauf.

Hier geht´s zu unserem Beitrag ->

3. Bosnisches Frühstück

Das bosnische Frühstück war für uns definitiv ein Highlight. Nicht nur weil es reichlich war und sehr lecker, wir lieben es einfach rum zu futtern und viele verschiedene Schüsseln auf dem Tisch zu haben. Also ganz nach unserem Geschmack.

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